PeriLight – Blitzlicht zur Blicklenkung von Autofahrern an Bahnübergängen

Mit PeriLight hat das DLR ein System entwickelt, das die Aufmerksamkeit der Autofahrer an nicht-technisch gesicherten Bahnübergängen erhöhen und so das Unfallrisiko reduzieren soll. Denn Unfälle an Bahnübergängen haben meist schwerwiegende Folgen. Etwa jeder vierte Unfall endet tödlich. Besonders an unbeschrankten Bahnübergängen ist die Unfallgefahr sehr hoch. Etwa 95 Prozent aller Unfälle an Bahnübergängen sind auf ein Fehlverhalten der Straßenverkehrsteilnehmer zurückzuführen. Unkenntnis, Unaufmerksamkeit und Leichtsinn sind die Hauptgründe für Kollisionen. Forschungsergebnisse des DLR haben gezeigt, dass ein Großteil der Straßenverkehrsteilnehmer an nichttechnisch gesicherten Bahnübergängen nicht nach einem sich nähernden Zug schaut. Mit PeriLight – einem System zur Blicklenkung – hat das DLR eine technische Ergänzung zur bestehenden passiven Sicherung an unbeschrankten Bahnübergängen entwickelt. Autofahrer sollen durch PeriLight dazu veranlasst werden, nach links und rechts zu schauen, um so einen herannahenden Zug rechtzeitig wahrnehmen zu können und zu bremsen.

PeriLight lenkt am Bahnübergang die Aufmerksamkeit auf sich

Zentrale Elemente von PeriLight sind zwei LED-Blitzlichtquellen, die neben den Gleisen, etwa 50 Meter links und rechts des Bahnübergangs angeordnet sind. Passiert der Autofahrer einen Sensor, der sich 80 Meter vor dem Bahnübergang befindet, wird PeriLight automatisch ausgelöst. Die Lichter pulsieren zehnmal im Wechsel links und rechts mit weiß und pink –– und ziehen dadurch die Aufmerksamkeit des Verkehrsteilnehmers in ihre Richtung. PeriLight macht sich automatische Prozesse der visuellen menschlichen Informationsverarbeitung zunutze. Das pulsierende Licht im peripheren Gesichtsfeld löst eine automatische Neuausrichtung der visuellen Aufmerksamkeit des Straßenverkehrsteilnehmers in Richtung der Lichtquelle aus. Das korrekte Verhalten am Bahnübergang, der Blick nach links und rechts, wird so instinktiv ausgelöst. Bei der InnoTrans 2016 kann PeriLight in der Rolle des Autofahrers in einem Fahrsimulator selbst ausprobiert werden.

Die Nachrüstung klassischer Sicherungssysteme an Bahnübergängen ist generell  sehr kostspielig, unter anderem durch die Einbindung dieser Systeme in die Leit- und Sicherungstechnik der Bahn. PeriLight hingegen funktioniert vollkommen unabhängig von jeglicher Bahninfrastruktur, da es nicht durch den Zug, sondern durch den Straßenverkehrsteilnehmer ausgelöst wird. Der nichttechnisch gesicherte Bahnübergang ist per Definition durch seine Beschilderung und die Freihaltung des Sichtdreiecks  „gesichert“. PeriLight ist durch seine Unabhängigkeit von der Leit- und Sicherungstechnik ein Zusatzsystem, das überaus kostengünstig die existierenden technischen Sicherungssysteme an kritischen unbeschrankten Bahnübergängen ergänzen könnte.