5G-Reallabor in der Mobilitätsregion Braunschweig-Wolfsburg

Ein Forschungsvorhaben als offenes 5G-Reallabor

Gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) verfolgt das 5G-Reallabor die Erforschung und lebendige Darstellung praxisnahen Bedarfs und Einsatzmöglichkeiten von 5G als Schlüsseltechnologie im Kontext einer Smart Region/Smart City. Die Förderung des Projekts erfolgt im Rahmen des 5G-Innovationsprogramms des BMVI mit dem Ziel, Deutschland als Leitmarkt für 5G-Anwendungen zu etablieren.

Dazu wird ein offenes, sektorenübergreifendes Reallabor und Schaufenster für Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik sowie für Bürger bzw. die Gesellschaft aufgebaut und mit regionalen Plattformen und Testfeldern verknüpft. Damit soll eine Überführung von Ergebnissen in wirtschaftliche und regionale Wertschöpfungsketten sowie eine Skalierung von Lösungen gewährleistet werden. Darüber hinaus sollen über einen beratenden Projektbeirat und das 5G-Forum nachhaltige Impulse zu Themen im Bereich der Digitalisierung und Automatisierung gesetzt und aufgenommen werden.

Das 5G-Reallabor nutzt die lokalen Stärken der Mobilitätsregion und gliedert sich in zwei Module: Im Modul Braunschweig liegt der Fokus auf der Forschung und Transformation, im Modul Wolfsburg auf der Anwendung und dem Betrieb. In insgesamt 12 Teilprojekten finden innerhalb der Anwendungsfelder Mobilität (Straße, Schiene, Luft), eHealth und Smart Construction sowie technologieorientierte Querschnittsaktivitäten die Erprobungen statt.

Die Forschungsergebnisse sollen in die bestehenden Living Labs und Testfeldaktivitäten wie „Anwendungsplattform intelligente Mobilität“ (AIM), das Testfeld Niedersachsen oder #WolfsburgDigital integriert und damit dauerhaft verfügbar gemacht werden. Die Anwendungen werden skalierbar gestaltet sowie parallel zum 5G-Netzausbau entwickelt und demonstriert, sodass die Migration und Implementierung von Ergebnissen in der Praxis niederschwelliger möglich sein wird. Mit der Synchronisierung von Forschungsprojekten und dem Ausbau der digitalen Infrastruktur soll das 5G-Reallabor darüber hinaus einen Beitrag zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung und Wertschöpfung leisten.

Öffentliche 5G-Infrastruktur im Projektgebiet Braunschweig-Wolfsburg

Die Umsetzung, Implementierung, Demonstration und Evaluation der praxisorientierten, teils experimentellen Anwendungsfälle, erfolgt in öffentlichen 5G-Mobilfunknetzen, die im Rahmen der regulären Netzplanung in der Projektregion ausgebaut werden. In der Umsetzungsplanung der Anwendungsfälle wird eine enge Synchronisierung mit Mobilfunknetzbetreibern stattfinden, sodass aktuelle Releases und weitere 5G-Technologiebausteine wie beispielsweise „Multi-Access Edge Computing“ berücksichtigt werden können.

Eine wesentliche Rolle spielen die beiden Umsetzungspartner Stadt Braunschweig und Stadt Wolfsburg, die dem Vorhaben Infrastrukturen und Daten bereitstellen. Die Einbindung weiterer Stakeholder findet über die Kollaborationsplattform 5G-Forum statt.

In der Summe entsteht so ein 5G-Reallabor, in dem öffentliche 5G-Infrastruktur in Forschungsinfrastrukturen und kommunalen Infrastrukturen integriert und einem breiten Expertenkreis aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zur Verfügung stehen wird.

Zahlen, Daten, Fakten

Das Fördervolumen beträgt knapp 12 Mio. EUR. Die Zuwendungsurkunde wurde am 05.12.2019 vom Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer an das Konsortium übergeben. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren bis zum 31.12.2022. Zum Konsortium zählen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen (FHIIS), das Institut für Automation und Kommunikation (ifak), die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) sowie die Technische Universität Braunschweig (TUBS).
 

©BMVIÜber­ga­be des För­der­be­scheids für das 5G-Re­alla­bor in der Re­gi­on Braun­schweig-Wolfs­burg