HEAT

Die HafenCity Hamburg
Andreas Vallbracht Durch die HafenCity führt die Strecke des autonom fahrenden Busses im Projekt HEAT.

Automatisierung und Vernetzung eröffnen neue Möglichkeiten, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) effizient und bedarfsgerecht zu gestalten und damit eine attraktive und umweltverträgliche Alternative zum Individualverkehr zu schaffen.

Ziel des Projekts HEAT (Hamburg Electric Autonomous Transportation) ist es, ein öffentliches Verkehrsangebot mit einem autonom fahrenden elektrischen Kleinbus zu entwickeln und bis 2021 stufenweise einen Probebetrieb in der HafenCity in Hamburg umzusetzen. Damit soll erstmals in Deutschland ein Bus autonom auf öffentlichen Straßen fahren. Hierzu müssen einerseits  entsprechende Fahrzeuge, Streckeninfrastruktur und eine Leitstelle entwickelt und andererseits rechtliche Lösungen für die Zulassung und den Betrieb des Systems gefunden werden.

Damit ein solches innovatives Verkehrsangebot auch angenommen wird, ist es wichtig, im Entwicklungsprozess die Menschen im Blick zu haben, für die es gestaltet wird. Die Benutzung des Busses soll einfach und angenehm sein, und das Fahrzeug soll sich harmonisch in den Verkehr einordnen. Zu diesem Zweck ist das Institut für Verkehrssystemtechnik vom DLR in HEAT mit nutzerzentrierter Begleitforschung beauftragt: Über alle Phasen werden die Bedürfnisse und Anforderungen von Nutzern gegenüber dem System und die Interaktion von Teilnehmern des umgebenden Verkehrs mit den autonomen Fahrzeugen untersucht. Auf dieser Grundlage werden Hinweise abgeleitet, was an den Fahrzeugen und dem Verkehrsservice auf dem Weg zu einem regelmäßigen Betrieb optimiert werden kann. Über den Projektzweck hinaus werden grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse dazu gewonnen, wie innovative Verkehrsangebote sicher, effizient und attraktiv zu gestalten sind.

Um ein umfassendes Bild der Nutzerbedürfnisse und Akzeptanz gegenüber dem System zu erarbeiten, setzen die Human-Factors-Forscher aus dem Institut für Verkehrssystemtechnik ein breites Spektrum von Methoden ein. Bereits in der Vorbereitungsphase werden die Konzepte für die Gestaltung der Fahrzeuge, der Infrastruktur und des Angebots unter dem Aspekt der Gebrauchstauglichkeit betrachtet. Im Projektverlauf werden sich die Ergebnisse von Befragungen – je nach Phase und Fragestellung online oder vor Ort – und systematischen Beobachtungen der Interaktion von Nutzern und anderen Verkehrsteilnehmern mit den Fahrzeugen und weiteren Systemelementen bei der Gewinnung von Erkenntnissen gegenseitig ergänzen. Dazu liefern spezielle Methoden wie Fokusgruppen und Expertenevaluation detailliertere Gestaltungshinweise.

Nutzerzentrierte Begleitforschung vom DLR in HEAT

 

Partner in diesem Projekt sind Hochbahn Hamburg (Koordinator), hySOLUTIONS, Freie und Hansestadt Hamburg (BWVI), IAV GmbH, Siemens AG und IKEM.