COROTRANS: Effekte der CORONA-Pandemie auf Logistik, Mobilität und das Transportsystem

In dem Projekt COROTRANS werden die kurz-, mittel- und langfristigen Folgen dieser Maßnahmen auf den Personenverkehr, den Wirtschaftsverkehr (insbesondere die Logistik) und das Verkehrssystem insgesamt in Deutschland untersucht. Dabei werden unterschiedliche Phasen der Pandemie wie der Lockdown im März und April 2020, die Lockerung vieler Einschränkungen im Juni und Juli 2020 sowie die Schließung weiter Teile des Einzelhandels und Freizeiteinrichtungen ab November 2020 gesondert betrachtet.

Das Projekt untersucht viele verschiedene Bereiche des Verkehrs bzw. der Mobilität. So werden beispielsweise die Auswirkungen der Pandemie auf die Wegelängen und Wegezwecke der Menschen in Deutschland und deren veränderte Präferenzen bei der Verkehrsmittelwahl analysiert. Zugleich werden die Folgen von gestiegenem Online-Handel auf Logistik und Güterverkehr untersucht. Schließlich werden die Planungsprozesse hinter lokalen Infrastrukturmaßnahmen untersucht, die in einzelnen Städten ergriffen wurden, um auch während der Pandemie eine sichere und nachhaltige Mobilität zu fördern.

An der Durchführung des Projekts sind alle Abteilungen des DLR Instituts für Verkehrsforschung beteiligt.

Ziele

Ziele des Projektes sind die Analyse

  1. des Mobilitätsverhaltens der bundesdeutschen Bevölkerung zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Pandemie,
  2. der Auswirkungen auf den Güterverkehr und insbesondere die Logistik,
  3. der Änderung infrastruktureller Auslastung im Hinblick auf die Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel im Personen- wie im Güterverkehr,
  4. der Wirkungen politischer Steuerungsmaßnahmen auf die Mobilität,
  5. von Infrastrukturmaßnahmen und Planungsprozessen, die zu einer resilienten Stadt mit nachhaltiger urbaner Mobilität beitragen können.

Vorgehensweise

In COROTRANS werden viele verschiedene Datenquellen analysiert, um ein möglichst ganzheitliches Bild der Auswirkungen der CORONA-Pandemie auf den Verkehr in Deutschland zeichnen zu können. Dies umfasst zu einem die Durchführung von quantitativen Befragungen anhand eines für die Bevölkerung in Deutschland repräsentativen Panels in unterschiedlichen Phasen der Pandemie sowie die Durchführung von Fokusgruppen-Interviews. Parallel hierzu werden qualitative Interviews mit Spediteuren, Logistikunternehmen, Expertinnen und Experten der Stadt- und Verkehrsplanung sowie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern der Kommunen durchgeführt. Schließlich werden Datensätze wie GPS-basierte Floating Car Data und über Webscraping-Methoden ausgelesene öffentlich zugängliche Fahrrad- und Passanten-Zählstellen und Programmierschnittstellen (APIs) zu Positionsdaten von E-Tretrollern und Leihfahrrädern genutzt.

Die auf dieser Basis gewonnen Erkenntnisse werden zudem dazu genutzt ein Verkehrsnachfragemodell des Personenverkehrs so anzupassen, dass es das Mobilitätsverhalten während der Corona-Pandemie abbildet. Mit dem Modell werden verschiedene Szenarien gerechnet, um die Wirkung politischer Maßnahmen, wie der Schließung von Freizeiteinrichtungen, Schulen und Teilen des Einzelhandels oder die Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice, auf den Verkehr zu evaluieren.

Auf Basis der Modellergebnisse und der Erkenntnisse aus den Analysen der empirischen Daten werden politische Handlungsempfehlungen entwickelt, die darauf abzielen bereits während der Pandemie die Weichen für eine langfristig nachhaltige Mobilität zu stellen.

Die Arbeiten gliedern sich in sechs Arbeitspakete:

Auftraggeber

COROTRANS wird als eigenständiger Teil des Projektes „Transport und Klima“ (TraK) im Rahmen der institutionellen Förderung des DLR finanziert.

Projektpartner

Das Projekt wird vom Institut für Verkehrsforschung durchgeführt.

Projektlaufzeit

Von 04/2020 bis 12/2021