U-Shift II (Demonstrator)

(Letzte Änderung: September 2022)

Das zentrale Ziel des Projekts „U-Shift II - Demonstrator“ ist es, erstmalig das hoch innovative Konzept der „On-the-Road“-Fahrzeugmodularisierung funktional in einem abgesperrten Bereich zu demonstrieren.

Das DLR leitet das Projekt und koordiniert die enge Zusammenarbeit der Projektpartner Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren (FKFS) und Universität Ulm. So soll gemeinsam ein neuer Prototyp entstehen, der das U-Shift Konzept weiterentwickelt und damit über evolutionäre Ansätze hinaus geht, um die Transformation des Verkehrsbereiches zu unterstützen.

Ziele im Detail:

  • Erforschen und konzeptionelle Entwicklung der notwendigen Fahrzeugkomponenten
  • Erforschen und konzeptionelle Entwicklung der notwendigen Infrastruktur
  • Fahrzeugseitige Optimierung der technischen Schnittstellen (mechanisch, elektrisch, software-technisch) und des Packagings
  • Entwicklung und Umsetzung der fahrzeug- und infrastrukturseitigen Funktions- und E/E-Architektur
  • Praktisches Aufzeigen der prototypischen Umsetzung des Fahrzeug- und Infrastrukturkonzeptes und deren Funktionalitäten mit allen relevanten Komponenten
  • Demonstration einer gemischten Anwendung aus Güter- und Personentransport im geschlossenen Raum
  • Transparenz und Akzeptanz des U-Shift Konzepts (Leuchtturm) durch Integration der Öffentlichkeit

Dialog mit der Zivilgesellschaft

Begleitend zur technischen Fahrzeugentwicklung findet ein Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern statt. Das Projektteam gibt dabei Einblicke in die Entwicklung und nimmt Ideen aus der Zivilgesellschaft mit auf. Dabei stehen mögliche Anwendungsfälle und Zukunftsvisionen des U-Shift Fahrzeugs im Mittelpunkt.

Um ein breites Spektrum von Anforderungen und Ideen zu sammeln und in das Projekt mit einfließen zu lassen, freuen wir uns über die aktive Beteiligung von Personen mit vielfältigen Hintergründen und Interessen. Der Dialog mit der Zivilgesellschaft startete mit einer Online-Umfrage zu U-Shift. Über Möglichkeiten, sich einzubringen informieren wir Sie zukünftig an dieser Stelle.

 


Ausstellung zu U-Shift
 

Ob als On-demand-Bus, Transporter oder Verkaufsstand – das futuristische Fahrzeug U-Shift ist flexibel und vielseitig nutzbar. Eine Ausstellung zu U-Shift bietet Besucher:innen viele Informationen rund um das Fahrzeug und seine Einsatzmöglichkeiten. Mit Texten, Filmen und Modellen erläutern die Projektpartner das U-Shift Konzept und zeigen, woran gerade geforscht wird.


Ausstellungstermine:

27.07.2022 bis 07.08.2022 - Landesgartenschau in Eppingen

U-Shift Ausstellung bei der Landesgartenschau in Eppingen

 

14.09.2022 bis 03.10.2022 - Landesgartenschau in Neuenburg am Rhein

Eröffnung der U-Shift Ausstellung bei der Landesgartenschau in Neuenburg


Ideenwerkstatt zur Mobilität von morgen

Am 3. August fand begleitend zur Ausstellung bei der Landesgartenschau Eppingen eine Ideenwerkstatt zu möglichen Anwendungen des U-Shift statt. Ein Team aus Wissenschaftler:innen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt stellte dabei neue Ideen zur Mobilität von morgen vor und entwickelte diese gemeinsam mit Gästen der Gartenschau weiter. In kurzen Pop-Up Workshops sammelten Teilnehmer:innen Ideen und tauschten sich zu Visionen zur U-Shift Anwendung aus. Ergänzend zu Diskussionen zum Potential für städtische Gebiete bestand dabei ein reges Interesse an möglichen Anwendungen im ländlichen Raum. Beispiele hierfür sind Zubringer zu bestehenden Bahnanbindungen oder Dienstleistungskapseln im medizinischen Bereich.
 


Ein besonderes Highlight der Ideenwerkstatt war die Möglichkeit, das U-Shift mittels VR Brille in virtueller Realität zu erleben. So konnten die Besucher:innen einen anschaulichen Eindruck des Fahrzeugs erhalten, indem sie beispielsweise virtuell in das Fahrzeug einsteigen und den Innenraum betrachten konnten. Das intuitive Erleben ergänzt klassische Methoden der Informationsvermittlung und unterstützt so den Austausch zwischen dem Forschungsteam und unterschiedlichsten Nutzergruppen. VR soll zukünftig verstärkt in Workshops genutzt werden, um Nutzerbedürfnisse und technische Fahrzeuggestaltung optimal aufeinander abzustimmen.


Workshop zur Barrierefreiheit von U-Shift

Das U-Shift ist durch sein modulares Konzept sowohl für den Transport von Personen wie auch von Gütern flexibel einsetzbar. Eine Anwendungsmöglichkeit ist der öffentliche Personenverkehr, insbesondere in Zeiten und Räumen mit wenig Fahrgästen oder als Ergänzung in Spitzenzeiten. Dabei ist das Thema Barrierefreiheit von großer Wichtigkeit, um allen Personen einen guten Zugang zu Mobilität anzubieten. Die Anforderungen für die barrierefreie Nutzung von U-Shift untersuchte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in einem Workshop am 27. Juni 2022. Dabei erprobten Personen, die selbst in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder fachlich mit dem Thema befasst sind, mit einem Team von Wissenschaftler:innen den Ein- und Ausstieg in einen Prototypen des U-Shift. In Kleingruppen diskutierten die Teilnehmer:innen ihre Erfahrungen und notierten Anforderungen. Das U-Shift Team wertet die gesammelten Anforderungen aus und berücksichtigt diese soweit möglich bei der weiteren Entwicklung des U-Shift sowie dem Aufbau neuer und verbesserter Protoypen.

 


 

Wie sehen Bürgerinnen und Bürger ihre Alltagsmobilität, autonomes Fahren und das U-Shift Konzept?

Zum Start der Bürgerbeteiligung hat das Projektteam eine Online-Umfrage durchgeführt, die bei einer öffentlichen Veranstaltung des Strategiedialogs Automobilwirtschaft Baden-Württemberg, über Internetauftritte wissenschaftlicher Einrichtungen und Social Media beworben wurde. Die Umfrage beinhaltet allgemeine Fragen zur derzeitigen Alltagsmobilität und Wünsche für zukünftige Mobilität, Fragen zum fahrerlosen Fahren, die Abfrage von Meinungen zu U-Shift spezifischen Aspekten und zur Einordnung der gegebenen Antworten zusätzlich soziodemographische Fragen. Im Nachfolgenden werden ausgewählte Ergebnisse der Umfrage vorgestellt.

An der Umfrage nahmen 124 Personen teil, davon beantworteten 98 den kompletten Fragebogen. Der überwiegende Teil der Teilnehmenden besitzt einen hohen Bildungsgrad (88 %), ist zwischen 21 und 39 Jahre alt (58 %) und männlich (58 %). Rund die Hälfte ordnet sich einem städtischen Umfeld zu (50 %), die übrigen Personen geben an, in einer Kleinstadt (14 %), einem Vorort (26 %) oder einer ländlich geprägten Region (11 %) zu wohnen.

Die Frage „Wo würden Sie sich für Ihre Mobilität am meisten Veränderung wünschen?“ beantworten die meisten Teilnehmenden mit „bessere Rad- und Fußwege“ (56 %), gefolgt von „umweltfreundlicher unterwegs sein“ (47 %) und „mehr Verbindungen im ÖPNV, insbesondere in Spitzenzeiten“ (42 %). Auch On-Demand-ÖPNV wird als positive Option für die Zukunft bewertet, 32 % der Befragten wünschen sich dies.    

Bezüglich der möglichen zukünftigen Veränderungen in der Arbeitswelt durch elektrisches und automatisiertes Fahren (siehe Abbildung unten) sieht rund ein Drittel der Befragten die Notwendigkeit, aktiv Lösungen zu entwickeln, um wegfallende Arbeitsplätze zu ersetzen. Gleichzeitig werden aber von der Hälfte der Befragten auch Chancen gesehen, dass neue Geschäftsmodelle Arbeitsplätze schaffen. Das angeforderte Qualifikationsniveau wird dabei als erhöht angesehen und geht mit stark verändertem Fachwissen einher (62 % von 110 Personen, die die Frage beantworteten, Mehrfachantworten möglich).

 

Abfrage der Einschätzung von Veränderungen der Arbeitswelt in Zusammenhang mit elektrischem und automatisiertem Fahren (Quelle: Online-Befragung U-Shift, DLR)

 

Dem U-Shift-Konzept stehen die Befragten positiv gegenüber, so können sich 54 % der Befragten gut vorstellen, das U-Shift in Kombination mit anderen Verkehrsmitteln zu nutzen, 42 % würden es zumindest gerne einmal testen und nur 1 % möchten ein solches fahrerloses Fahrzeug nicht nutzen (105 Antworten, keine Mehrfachantwort möglich). Von einer verbreiteten Nutzung von Fahrzeugen wie dem U-Shift im ÖPNV erhoffen sich die Teilnehmenden geringere Umweltbelastungen (74 %), mehr Verbindungen im ÖPNV (72%) und Zeiteinsparung durch bessere Verbindungen (61 % von 105 Personen, die diese Frage beantworteten, Mehrfachantworten möglich).

Als Kapselanwendungen (siehe unten stehende Bilder) können sich ein sehr großer Teil der befragten Personen eine Belieferung des Handels, eine Nutzung als Entsorgungskapsel oder den Personentransport im ÖPNV vorstellen (jeweils rund 80 %). Auch die Nutzung als mobile Packstation (71 %), als Verkaufstand auf dem Wochenmarkt, als Raum für medizinische Versorgung, als Imbissstand oder für Dienstleistungen (z.B. mobile Fahrradwerkstatt) wird positiv gesehen (105 Teilnehmende beantworteten diese Frage, Mehrfachnennung möglich).

Visualisierung von beispielhaften Anwendungen der U-Shift Kapseln

Die Rückmeldungen zeigen dem Projektteam von DLR, FKFS, KIT und Uni Ulm, das derzeit am Aufbau eines technischen U-Shift Prototypen arbeitet, die Schwerpunkte möglicher Anwendungen aus Bürgersicht.


Bürgerforum Digitalisierung der Mobilität

Im Rahmen des Bürgerforums „Digitalisierung der Mobilität“ des Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg haben das Institut für Fahrzeugkonzepte und Institut für Verkehrsforschung gemeinsam am 10.07.2021 in einem partizipativen Workshop das Fahrzeugkonzept U-Shift vorgestellt und mit Bürger:innen potentielle Einsatzszenarien entwickelt. Die Ergebnisse des Workshops finden sie nun auf der Seite des Beteiligungsportals Baden-Württemberg [... zum Artikel].



Fördergeber

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

 

Laufzeit

04/2020 – 12/2024

 

Projektleitung

Marco Münster
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Institut für Fahrzeugkonzepte
marco.muenster@dlr.de

Mascha Brost
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Institut für Fahrzeugkonzepte
mascha.brost@dlr.de

 

Projektpartner