U-Shift II (Demonstrator)

(Letzte Änderung: Mai 2021)

Ziele


Das zentrale Ziel des Projekts „U-Shift II - Demonstrator“ ist es, erstmalig das hoch innovative Konzept der „On-the-Road“-Fahrzeugmodularisierung funktional in einem abgesperrten Bereich zu demonstrieren.


Ausgehend vom Automobilland Baden-Württemberg soll damit eine Plattform für neue Produkte und Geschäftsmodelle geschaffen werden, die über evolutionäre Ansätze hinaus geht und damit die Transformation in der Wirtschaft des Landes unterstützt.

Ziele im Detail:

  • Erforschen und konzeptionelle Entwicklung der notwendigen Fahrzeugkomponenten
  • Erforschen und konzeptionelle Entwicklung der notwendigen Infrastruktur
  • Fahrzeugseitige Optimierung der technischen Schnittstellen (mechanisch, elektrisch, software-technisch) und des Packagings
  • Entwicklung und Umsetzung der fahrzeug- und infrastrukturseitigen Funktions- und E/E-Architektur
  • Praktisches Aufzeigen der prototypischen Umsetzung des Fahrzeug- und Infrastrukturkonzeptes und deren Funktionalitäten mit allen relevanten Komponenten
  • Demonstration einer gemischten Anwendung aus Güter- und Personentransport im geschlossenen Raum
  • Transparenz und Akzeptanz des U-Shift Konzepts (Leuchtturm) durch Integration der Öffentlichkeit

 

Bürgerbeteiligung

Begleitend zur technischen Fahrzeugentwicklung findet ein Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern statt. Das Projektteam gibt dabei Einblicke in die Entwicklung und nimmt Ideen aus der Zivilgesellschaft mit auf. Dabei stehen mögliche Anwendungsfälle und Zukunftsvisionen des U-Shift Fahrzeugs im Mittelpunkt.

Um ein breites Spektrum von Anforderungen und Ideen zu sammeln und in das Projekt mit einfließen zu lassen, freuen wir uns über die aktive Beteiligung von Personen mit vielfältigen Hintergründen und Interessen. Die Bürgerbeteiligung startete mit einer Online-Umfrage zu U-Shift. Über Möglichkeiten, sich einzubringen informieren wir Sie zukünftig an dieser Stelle.

Wie sehen Bürgerinnen und Bürger ihre Alltagsmobilität, autonomes Fahren und das U-Shift Konzept? 

Zum Start der Bürgerbeteiligung hat das Projektteam eine Online-Umfrage durchgeführt, die bei einer öffentlichen Veranstaltung des Strategiedialogs Automobilwirtschaft Baden-Württemberg, über Internetauftritte wissenschaftlicher Einrichtungen und Social Media beworben wurde. Die Umfrage beinhaltet allgemeine Fragen zur derzeitigen Alltagsmobilität und Wünsche für zukünftige Mobilität, Fragen zum fahrerlosen Fahren, die Abfrage von Meinungen zu U-Shift spezifischen Aspekten und zur Einordnung der gegebenen Antworten zusätzlich soziodemographische Fragen. Im Nachfolgenden werden ausgewählte Ergebnisse der Umfrage vorgestellt.

An der Umfrage nahmen 124 Personen teil, davon beantworteten 98 den kompletten Fragebogen. Der überwiegende Teil der Teilnehmenden besitzt einen hohen Bildungsgrad (88 %), ist zwischen 21 und 39 Jahre alt (58 %) und männlich (58 %). Rund die Hälfte ordnet sich einem städtischen Umfeld zu (50 %), die übrigen Personen geben an, in einer Kleinstadt (14 %), einem Vorort (26 %) oder einer ländlich geprägten Region (11 %) zu wohnen.

Die Frage „Wo würden Sie sich für Ihre Mobilität am meisten Veränderung wünschen?“ beantworten die meisten Teilnehmenden mit „bessere Rad- und Fußwege“ (56 %), gefolgt von „umweltfreundlicher unterwegs sein“ (47 %) und „mehr Verbindungen im ÖPNV, insbesondere in Spitzenzeiten“ (42 %). Auch On-Demand-ÖPNV wird als positive Option für die Zukunft bewertet, 32 % der Befragten wünschen sich dies.    

Bezüglich der möglichen zukünftigen Veränderungen in der Arbeitswelt durch elektrisches und automatisiertes Fahren (siehe Abbildung unten) sieht rund ein Drittel der Befragten die Notwendigkeit, aktiv Lösungen zu entwickeln, um wegfallende Arbeitsplätze zu ersetzen. Gleichzeitig werden aber von der Hälfte der Befragten auch Chancen gesehen, dass neue Geschäftsmodelle Arbeitsplätze schaffen. Das angeforderte Qualifikationsniveau wird dabei als erhöht angesehen und geht mit stark verändertem Fachwissen einher (62 % von 110 Personen, die die Frage beantworteten, Mehrfachantworten möglich).

 

Abfrage der Einschätzung von Veränderungen der Arbeitswelt in Zusammenhang mit elektrischem und automatisiertem Fahren (Quelle: Online-Befragung U-Shift, DLR)

 

Dem U-Shift-Konzept stehen die Befragten positiv gegenüber, so können sich 54 % der Befragten gut vorstellen, das U-Shift in Kombination mit anderen Verkehrsmitteln zu nutzen, 42 % würden es zumindest gerne einmal testen und nur 1 % möchten ein solches fahrerloses Fahrzeug nicht nutzen (105 Antworten, keine Mehrfachantwort möglich). Von einer verbreiteten Nutzung von Fahrzeugen wie dem U-Shift im ÖPNV erhoffen sich die Teilnehmenden geringere Umweltbelastungen (74 %), mehr Verbindungen im ÖPNV (72%) und Zeiteinsparung durch bessere Verbindungen (61 % von 105 Personen, die diese Frage beantworteten, Mehrfachantworten möglich).

Als Kapselanwendungen (siehe unten stehende Bilder) können sich ein sehr großer Teil der befragten Personen eine Belieferung des Handels, eine Nutzung als Entsorgungskapsel oder den Personentransport im ÖPNV vorstellen (jeweils rund 80 %). Auch die Nutzung als mobile Packstation (71 %), als Verkaufstand auf dem Wochenmarkt, als Raum für medizinische Versorgung, als Imbissstand oder für Dienstleistungen (z.B. mobile Fahrradwerkstatt) wird positiv gesehen (105 Teilnehmende beantworteten diese Frage, Mehrfachnennung möglich).

Visualisierung von beispielhaften Anwendungen der U-Shift Kapseln

 

Die Rückmeldungen zeigen dem Projektteam von DLR, FKFS, KIT und Uni Ulm, das derzeit am Aufbau eines technischen U-Shift Prototypen arbeitet, die Schwerpunkte möglicher Anwendungen aus Bürgersicht.


Fördergeber

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

 

Laufzeit

04/2020 – 12/2024

 

Projektleitung

Marco Münster
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Institut für Fahrzeugkonzepte
marco.muenster@dlr.de

Mascha Brost
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Institut für Fahrzeugkonzepte
mascha.brost@dlr.de

 

Projektpartner